rueckenwind1

Montag, 1. Mai 2006

Ein bisschen Werbung im WM-Jahr

Ich persönlich finde es schön, dass Fairtrade-Produkte so langsam aber sicher ihren Weg aus den exotischen Ecken deutscher Bioläden dahin gehen, wo auch der Konsum stattfindet (was sicherlich schade für das elitäre Bewusstsein eines jeden Linken ist ;-)) und auch größere Hersteller offensichtlich so langsam zu kapieren scheinen, dass Ethik nicht nur an sich eine schöne Sache ist, sondern einem möglicherweise auch einen Marktvorteil verschaffen kann. Und da ja dieses Jahr so ganz im Zeichen des Fußballs steht, sei an dieser Stelle ein Hinweis auf ein Fairtrade-Produkt erlaubt, das vielleicht dazu beiträgt, dass die Welt ein bisschen freundschaftlicher wird.

derbystar-fairtrade-omega-ttNein, es geht nicht um Duft-Touch-Vorrichtungen für WCs, sondern um das runde Leder selbst. Die Firma Derbystar bietet nämlich inzwischen drei Bälle an, deren Herstellung den Produzenten immerhin ein Leben mit sozialen Mindeststandards sichert und von denen ein fester Betrag in weitere soziale Projekte fließt. Find ich gut und noch besser fände ich es, wenn auch die FIFA so etwas wahrnehmen würde. Aber dazu müssen wohl erst die wirklich Großen in der Branche auf den Trichter kommen. Und die sind bekanntlich häufig nicht die Innovativsten...

Die Derbystar-Website

Der Sozialist in mir

SPON-Artikel

Wie sich in obigen Artikel lesen lässt, hat Evo Morales die Wiederverstaatlichung der bolivianischen Öl- und Gasindustrie veranlasst. Nun ist es so, dass ich Morales für einen Populisten halte, mit einem etwas verqueren Antiamerikanismus (an dessen Erfolg die USA allerdings auch nicht unschuldig sein dürften) und rassistischen Tendenzen in seiner Ideologie, die ich nicht wirklich gutheißen kann. Sollte er aber tatsächlich durchsetzen, dass die Einnahmen aus den Ölexporten den zahlreichen Armen in Bolivien zu Gute kommt und nicht z.b. in dubiose Waffengeschäfte fließen, werde ich der Verstaatlichung etwas abgewinnen können.
Lieber wäre es mir allerdings, wenn es verantwortungsbewusstere Linke gäbe, die sinnvolle Verstaatlichungen dieser Art vornehmen. Denn ja, ich bin der Meinung, dass der Umgang mit Ressourcen nicht multinationalen Konzernen überlassen werden sollte (ich denke da besonders auch an genetische Ressourcen), auf der anderen Seite bringt staatliches Eigentum wenig, wenn es nicht auch demokratischer Kontrolle unterliegt. Die Vergangenheit hat leider gezeigt, dass auch staatliche Unternehmen prima Profite erzielen können, von denen nur die Eliten profitieren.

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