Ich bin sehr für das bedingungslose Grundeinkommen, und heute ist wohl genau der richtige Tag, um das mal wieder anzumerken. Wenn ich sehe, wie Andreas bei den Freiheitsfabrikanten ganz hegelianisch das Hohelied des Überlebenskampfes singt, und sogar Rayson hier in die gleiche Richtung schießt, dann fühle ich mich zum Widerspruch veranlasst. Denn Gesellschaften bilden wir Menschen ja gerade, um diesen ständigen Daseinskampf "Alle gegen Alle" zu beenden - in dem ich wenig Edles oder Begrüßenswertes sehen kann. Nein, ich denke, zur Zivilisation gehört es, diesen totalen Krieg auf einen Wettbewerb zu reduzieren. Einen Zustand, in dem jeder zwar abgesichert ist und um das Überleben und das Wohlergehen der Seinen zunächst einmal nicht fürchten muss - in dem aber trotzdem Anreize existieren, mehr zu leisten, in der Form besonderer Statussymbole oder von Luxusgütern.
"Gegen" Ressourcen kann man nicht kämpfen, nur um sie. Und die Kämpfenden müssten dann wohl du und ich sein - oder wir beide gegen eine als Feind definierte Gruppe. Genau dies soll ja ein Sozialstaat abmildern helfen: Der Feind wird erst dann zum (sportlichen) Konkurrenten, wenn man sich sicher sein kann, dass die Auseinandersetzung nicht zur Vernichtung führen kann. War is the death of chivalry.
Der gemeinsame Kampf gegen den Mangel an Lebensnotwendigem ist eine andere Sache. Dieser aber ist Gott sei Dank längst nicht mehr so dramatisch, wie manche es haben wollen; Butterberge und Milchseen sprechen da eine deutliche Sprache.
Gegen Ressourcen kann man nicht kämpfen, gegen ihre (relative) Knappheit aber schon. Und man kann sie so zuteilen, dass ihre Verwendung den jeweils höchsten Nutzen bringt.
Ein Sozialstaat ändert daran nichts, er suggeriert nur andere Optionen.
Auf Diskussionen über das, was "lebensnotwendig" ist oder nicht, und was mit "nicht lebensnotwendigen" Dingen passieren soll, lasse ich mich übrigens grundsätzlich nicht ein. Ich bin kein Sozialingenieur.
dointime - 7. Dez, 17:16
"Auf Diskussionen über das, was "lebensnotwendig" ist oder nicht, und was mit "nicht lebensnotwendigen" Dingen passieren soll, lasse ich mich übrigens grundsätzlich nicht ein. Ich bin kein Sozialingenieur."
Ja, aber auch kein Sozialingenieur wird diese Frage klären können. Genau dafür ist ja die Demokratie da und genau an der Stelle, wo es darum geht, die Definition von gerechter Ressourcenverteilung (und nur in diesem Sinn kann sie auch effizient sein) allen zu überlassen, keimt der Konflikt zwischen Liberalismus an Demokratie auf.
Der gemeinsame Kampf gegen den Mangel an Lebensnotwendigem ist eine andere Sache. Dieser aber ist Gott sei Dank längst nicht mehr so dramatisch, wie manche es haben wollen; Butterberge und Milchseen sprechen da eine deutliche Sprache.
Ein Sozialstaat ändert daran nichts, er suggeriert nur andere Optionen.
Auf Diskussionen über das, was "lebensnotwendig" ist oder nicht, und was mit "nicht lebensnotwendigen" Dingen passieren soll, lasse ich mich übrigens grundsätzlich nicht ein. Ich bin kein Sozialingenieur.
Ja, aber auch kein Sozialingenieur wird diese Frage klären können. Genau dafür ist ja die Demokratie da und genau an der Stelle, wo es darum geht, die Definition von gerechter Ressourcenverteilung (und nur in diesem Sinn kann sie auch effizient sein) allen zu überlassen, keimt der Konflikt zwischen Liberalismus an Demokratie auf.