Frauentausch
Ich muss mich outen. Es kommt vor, ganz selten glücklicherweise, aber es kommt vor, dass ich RTL 2 gucke. Gestern war "selten", denn gestern lief auf der Nr. 1 für bildungsferne Schichten die Sendung Frauentausch und es war richtig interessant zu sehen.
Tauschmutter Nr. 1 hielt sich für modern, wollte ihre Tauschfamilie verwöhnen und entsprach so ein bisschen dem Typ Mutter, der versucht, die beste Freundin ihrer Kinder zu sein.
Mutter Numero Duo wurde als "Betmutter" vorgestellt, versuchte ihre Tauschkinder zum Singen christlicher Lieder zu bewegen und verdächtigte ihren Tauschmann des Rauchens.
Mutter 1 holte mit ihren neuen Töchtern mit US5-Postern das nach, was diese an den Backstreet Boys versäumt hatten und einer ihrer neuen Söhne hielt sie für "viel besser als seine eigene Mutter".
Mutter 2 war den Zweitkindern unheimlich und wenn sie versuchte, die Distanz zu ihnen (auch durch die Körperhaltung) irgendwie überbrücken, wurde das als unangenehm empfunden.
RTL 2 untermalte den Kontrast musikalisch durch Pop- und Kirchenmusik.
So und was sage ich jetzt dazu? Folgende Möglichkeiten stechen ins Auge:
1. Mutter Nummer 2 ist ne blöde Fundamentalistin
2. Die sündige Welt in Gestalt von Nummer 1 und deren richtiger Familie hat Familie Nummer 2 erfolgreich der Versuchung anheim geführt und die "Betmutter" verstoßen, weil sie so böse ist.
Mir gefallen beide Varianten nicht. Zum einen war Familie 1 nicht wirklich böse. Sie hätte sicherlich mehr versuchen können, entgegen dem ersten Eindruck Mutter Nr. 2 freundlicher behandeln können, aber sie war auch nicht feindselig und nicht beleidigend, wenn es um den Glauben von ihr ging. Dementsprechend scheidet Kommentarmöglichkeit 2 aus. Aber wie schon gesagt, mit dem ersten Urteil bin ich auch nicht einverstanden. Mir erschien die sehr religiöse Frau als sehr bemüht und gerade nach den Aussagen ihrer eigenen Kinder tat sie mir leid. Aber ich kann die Reaktionen ihrer Gastfamilie nachvollziehen. Sie wirkte ein bisschen krampfig und die ständigen (vielleicht aber auch nur ständig aneinandergeschnittenen) Dankgesänge wirkten in Anbetracht ihrer Lage wie einiges andere auch gekünstelt. Ich glaube, sie versuchte ihre Sache besonders gut zu machen und gerade dadurch wirkten ihre Worte und Gesten immer etwas unangemessen.
Nein, ich glaube das sind nicht in jedem Fall Anzeichen von Fundamentalismus, das ist leider oft bei Christen jeder Coleur des Öfteren so, manchmal auch bei mir. Wir versuchen oft, all die Worte, Gedanken und Taten, die wir gerade aussprechen, denken und tun wollen, christlich zu zensieren und wenn wir es noch viel richtiger machen wollen, machen wir das für andere gleich mit. Und heraus kommt unnatürliches Verhalten^3 und die Ablehnung unserer Zeitgenossen, weil man gegen Personen mit diesem Verhalten fast automatisch einen inneren Widerstand verspürt. Jesus sagt aber, dass die schlechten Worte und Gedanken aus dem Herzen kommen und nicht die einzelnen Taten das Problem sind. Vielleicht wäre es besser, unsere Grundeinstellungen zu überdenken und zu überlegen, wie sich diese ändern können und ansonsten einfach mal in Kauf zu nehmen, dass wir auch Fehler machen?
Tauschmutter Nr. 1 hielt sich für modern, wollte ihre Tauschfamilie verwöhnen und entsprach so ein bisschen dem Typ Mutter, der versucht, die beste Freundin ihrer Kinder zu sein.
Mutter Numero Duo wurde als "Betmutter" vorgestellt, versuchte ihre Tauschkinder zum Singen christlicher Lieder zu bewegen und verdächtigte ihren Tauschmann des Rauchens.
Mutter 1 holte mit ihren neuen Töchtern mit US5-Postern das nach, was diese an den Backstreet Boys versäumt hatten und einer ihrer neuen Söhne hielt sie für "viel besser als seine eigene Mutter".
Mutter 2 war den Zweitkindern unheimlich und wenn sie versuchte, die Distanz zu ihnen (auch durch die Körperhaltung) irgendwie überbrücken, wurde das als unangenehm empfunden.
RTL 2 untermalte den Kontrast musikalisch durch Pop- und Kirchenmusik.
So und was sage ich jetzt dazu? Folgende Möglichkeiten stechen ins Auge:
1. Mutter Nummer 2 ist ne blöde Fundamentalistin
2. Die sündige Welt in Gestalt von Nummer 1 und deren richtiger Familie hat Familie Nummer 2 erfolgreich der Versuchung anheim geführt und die "Betmutter" verstoßen, weil sie so böse ist.
Mir gefallen beide Varianten nicht. Zum einen war Familie 1 nicht wirklich böse. Sie hätte sicherlich mehr versuchen können, entgegen dem ersten Eindruck Mutter Nr. 2 freundlicher behandeln können, aber sie war auch nicht feindselig und nicht beleidigend, wenn es um den Glauben von ihr ging. Dementsprechend scheidet Kommentarmöglichkeit 2 aus. Aber wie schon gesagt, mit dem ersten Urteil bin ich auch nicht einverstanden. Mir erschien die sehr religiöse Frau als sehr bemüht und gerade nach den Aussagen ihrer eigenen Kinder tat sie mir leid. Aber ich kann die Reaktionen ihrer Gastfamilie nachvollziehen. Sie wirkte ein bisschen krampfig und die ständigen (vielleicht aber auch nur ständig aneinandergeschnittenen) Dankgesänge wirkten in Anbetracht ihrer Lage wie einiges andere auch gekünstelt. Ich glaube, sie versuchte ihre Sache besonders gut zu machen und gerade dadurch wirkten ihre Worte und Gesten immer etwas unangemessen.
Nein, ich glaube das sind nicht in jedem Fall Anzeichen von Fundamentalismus, das ist leider oft bei Christen jeder Coleur des Öfteren so, manchmal auch bei mir. Wir versuchen oft, all die Worte, Gedanken und Taten, die wir gerade aussprechen, denken und tun wollen, christlich zu zensieren und wenn wir es noch viel richtiger machen wollen, machen wir das für andere gleich mit. Und heraus kommt unnatürliches Verhalten^3 und die Ablehnung unserer Zeitgenossen, weil man gegen Personen mit diesem Verhalten fast automatisch einen inneren Widerstand verspürt. Jesus sagt aber, dass die schlechten Worte und Gedanken aus dem Herzen kommen und nicht die einzelnen Taten das Problem sind. Vielleicht wäre es besser, unsere Grundeinstellungen zu überdenken und zu überlegen, wie sich diese ändern können und ansonsten einfach mal in Kauf zu nehmen, dass wir auch Fehler machen?
dointime - 23. Jun, 18:21