rueckenwind1

Religion und Philosophie

Sonntag, 10. Dezember 2006

Mal ein anderer StudiVZ-Blog-Beitrag

Die beliebtesten Themen der Gruppe "God is Good":

sex before marriage
294 Antworten

Was ist Gott?
100 Antworten

Papst Stellvertreter Gottes? Heiligenverehrung?
83 Antworten

Evolution und Bibel Teil ZWEI
81 Antworten

Anthropozentrismus im Chrsistentum oder: ET vs Gott
55 Antworten

Sozialethische Verantwortung von Christen zum Thema Armut
54 Antworten

Da stimmen halt die Relationen...

Montag, 25. September 2006

Ein vernünftiger Umgang mit dem Glauben

Wie rational ist es zu glauben? Wahrscheinlich könnte man ganze Bibliotheken mit Büchern füllen, die sich der Beantwortung dieser Frage widmen. Mal kommen die Autoren zu dem Schluss, dass Gott auf gar keinen Fall existiert, die nächsten, dass man nicht wissen könne, ob und welcher Gott existiert und wieder andere haben berechnet, dass die Bibel mit einer Wahrscheinlichkeit von 14.832.777:1 göttlichen Ursprungs ist.

Da steht die Frage im Raum: Wer hat Recht?
Ich fürchte all diese Bücher werden uns unbefriedigt zurücklassen. Ja, es ist sinnvoll, sich bei der Frage nach Gott danach zu fragen, wie das Universum aufgebaut ist, es ist sinnvoll, sich die Bibel anzugucken, auch die Aussagen anderer Religionen. Es ist sinnvoll, sich die Argumente für und gegen die Auferstehung Jesu anzugucken (zum Beispiel hier oder hier), aber am Ende dieses Prozesses werden Wahrscheinlichkeiten stehen. Und mit Wahrscheinlichkeiten bleibt so ein Prozess unvollständig.

So wie die griechischen Naturphilosophen mit bloßem Nachdenken nur darüber spekulieren konnten, ob sich denn die Natur aus Feuer, Wasser, Erde und Luft oder doch aus "Atomen" zusammensetzt, so bleiben auch wir stehen, wenn wir versuchen, nur über nachlesen und nachdenken die Gottesfrage für uns zu beantworten. Um die Analogie zu den Naturwissenschaften weiterzuführen: Wir müssen experimentieren.

Ich glaube man kann nur dann eine Antwort für sich persönlich finden, wenn man Gott bittet, in das eigene Leben zu kommen. Und hier haben wir gerade den schönen Punkt im christlichen Glauben: Er behauptet zwar von Gott, dass er unsichtbar ist, aber er behauptet ebenso von Gott, dass er ein persönlicher Gott ist, der sich dem zeigt, der ihn offen und ehrlich sucht, dem, der bereit zur Nachfolge ist.
Der christliche Glaube ist so zwar nicht wissenschaftlich, aber auf der Ebene der persönlichen Erfahrung, falsifizierbar. Schade, dass nicht mehr Leute einfach mal persönlich experimentieren...

Freitag, 22. September 2006

Richard Dawkins spricht über Gott und Evolution

dawkinsBeliefnet-Interview
Ein Interview mit dem bekannten Evolutionsbiologen und Religionskritiker Richard Dawkins. Sehr interessant, wenn man die gedanklichen Hintergründe hinter manchem Konflikt zwischen Religion und Naturwissenschaften verstehen will.

Dienstag, 19. September 2006

Benedikts Islamkritik II - Die Vernünftigkeit des Christentums

Ein weiterer Kommentar zur Rede Benedikts. Unser Papst sprach in der umstrittenen Rede ja nicht nur über die islamische Gewalt, sondern auch davon, dass Handeln gegen die Vernunft dem christlichen Gott zuwider sei, während der islamische Gott völlig transzendent sei.

Ich glaube, er hat Unrecht. Es ist nicht vernünftig, daran zu glauben, dass dem, der gibt, gegeben wird. Es war für die Jünger Jesu nicht vernünftig, ihre Netze einfach liegen zu lassen und Jesus nachzufolgen und es war von Jesus selbst so rein gar nicht vernünftig, nach Jerusalem zu gehen, wo er unvernünftigerweise schon zuvor wusste, dass er dort am Kreuz landen würde. Es war von einem ehemaligen Prediger von mir nicht sehr vernünftig, seinem Gefühl nachzugeben und zu Bekannten von ihm zu fahren anstatt zu einem Jugendgottesdienst, bei dem er eine Aufgabe hatte, auch wenn danach klar wurde, dass es einen Grund für diese Tat gegeben hatte.

Nein, so vernünftig ist das Christentum nicht immer.

Möglicherweise werde ich in den nächsten Tagen noch etwas mehr zu der Auseinandersetzung von Vernunft und Glaube schreiben, es ist zweifelsohne ein sehr interessantes Thema.

Montag, 18. September 2006

Zur Islamkritik Benedikts

Ehrlich gesagt halte ich die Bemerkungen Benedikts für ein ziemlich ungerades Ding, für mich hat es ganz den Anschein als hätte er ein bisschen seine wirkliche Meinung zum Islam sagen wollen ohne Verantwortung dafür übernehmen zu müssen.
Geht es einem wirklich um Dialog und Friede zwischen den Religionsgemeinschaften, baut man solche Passagen wie den Auszug aus dem mittelalterlichen Streitgespräch nicht ein und es gäbe viele andere Möglichkeiten, sich anders besorgt zur Gewalt moslemischer Extremisten zu äußern. Will man den Islam selbst kritisieren, wäre es sehr viel ehrlicher, dass offen zu machen.
Bedenkt man Benedikts Position und Lebenslauf, erinnert man sich an die vielen Huldigungen seines Intellekts und seiner überlegten Wortgewandtheit, die nach der Papstwahl ausgesprochen wurden, fällt es schwer, nur an einen Ausrutscher zu glauben oder daran, dass er nicht mit der entstandenen Aufregung gerechnet hätte.

Vielleicht ist diese Situation auch einfach ein generelles Zeichen, dass dem interreligiösen Dialog doch enge Grenzen gesetzt sind. Es liegt im Wesen einer Religion, dass die Anhänger von ihrer Wahrheit überzeugt sind und dementsprechend zum Beispiel die wichtigen Personen anderer Glaubensrichtungen beurteilen, ohne als Grundvoraussetzung zu bedenken, dass sie von Gott gesandt waren (das gilt natürlich auch gegenüber Juden- und Christentum).

Vielleicht wäre es deswegen sinnvoller, als Ziel des interreligiösen Dialogs vor allem den Verzicht auf Gewalt sowie die Anerkennung der Entscheidungsfreiheit jedes Einzelnen anzustreben, anstatt zu fordern, dass die Gläubigen allen Glaubens stets einträchtig und einmütig in allen Dingen sind.

Traurige Eigensatire

Somalia
Italienische Nonne erschossen
Zwei bewaffnete Männer haben in einem Krankenhaus in Mogadischu eine 65-jährige Nonne und ihren somalischen Mitarbeiter ermordet.
Eine italienische Nonne ist am Sonntag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu erschossen worden.
Bei dem Angriff in einem Krankenhaus wurde auch ihr somalischer Mitarbeiter getötet, berichtete das staatliche italienische Fernsehen.
Laut inoffiziellen somalischen Informationen steht das Verbrechen im Zusammenhang mit den Protesten gegen die jüngsten Islam-Äußerungen von Papst Benedikt XVI., berichtete der italienische Sender weiter. Islamistische Fundamentalisten in Somalia hätten zuvor zur „Jagd auf den Papst“ aufgerufen.
Ersten Erkenntnissen zufolge drangen zwei bewaffnete Männer am in das Krankenhaus ein, in dem die 65-jährige Italienerin als Krankenschwester arbeitete. Sie hätten der Frau in den Rücken geschossen. Zumindest einer der Täter sei bereits von den Milizen gefasst worden, die in dem vom Bürgerkrieg erschütterten Mogadischu die Kontrolle ausüben.
(dpa)


(Quelle: Sueddeutsche.de)

Ist es nicht irgendwie üble Ironie, wenn man auf Kritik an der Gewalttätigkeit der eigenen Religion so reagiert?

Montag, 11. September 2006

Das Geschenk aufpacken - ein bisschen Selbstkritik

Ich bin Christ, ich glaube daran, dass Jesus am Kreuz für mich gestorben und auferstanden ist. Ich weiß, dass das Evangelium tatsächlich die frohe Botschaft, die gute Nachricht ist und dennoch gibt es Bereiche in meinem Leben, bei denen ich mich permanent weigere, sie ganz an Gott zu übergeben.
Es gibt Bereiche, wo ich mich rational gerne in Grauzonen flüchte, mit mir selbst Diskussionen über ethische Aspekte bestimmten Verhaltens führe und genau damit die Verbindung zu Gott kappe. Und habe ich dann erst einmal wieder eine Grauzonenhandlung vollführt, bejammer ich mich vor Gott anschließend selbst. Inzwischen dürfte ihm diese Art von Heuchelei gewaltig auf die Nerven gehen.

Soweit suboptimal genug. Es gibt an der Sache aber noch ein weiteres Problem. Die Tatsache, dass die Verbindung zu Gott permanent gestört ist, hindert mich daran, das Geschenk, das Gott mir mit dem Evangelium gemacht hat, auch weiterzugeben. Ich lasse das Geschenk unter meinem privaten Weihnachtsbaum verstauben und kein Mensch weiß von davon.

Ich habe den Verdacht, ich bin nicht der einzige, dem es so geht. Und das ist ziemlich bescheiden. Ich muss das Geschenk aufpacken bzw. Gott es für mich aufpacken lassen. Wir haben die Pflicht gegenüber uns selbst, vor allem aber auch gegenüber anderen, die Dinge aus unserem Leben von Gott ausmisten zu lassen, die uns daran hindern, selbstbewusst, liebevoll und glücklich in Jesus zu sein. Wir müssen mit Jesus gehen ohne uns ständig umzudrehen.

Dienstag, 5. September 2006

Televangelisten

Fernsehpredigern unterstellt man gewöhnlich, dass sie profitgeil sind und dass ihre Botschaft so rein gar nichts mit dem Evangelium zu tun hat. Das stimmt sicher teilweise. Aber auch, wenn ich nicht in allen Einzelheiten mit ihnen d'accord gehe, habe ich durch sonntagliches "Das Vierte" gucken auch positive Exemplare des Typs Televangelist kennengelernt. Und die bei itunes jetzt auch als podcast abonniert.

joycemeyer

Donnerstag, 20. Juli 2006

Der "wahre Jesus"

Fernseh-Dokumentationen, die den historischen, nein, den wahren Jesus entdecken wollen, sind wie Rosamunde Pilcher - man weiß immer vorher schon wie's ausgeht:

1. Die Kirche hat die Wahrheit verschleiert.
2. Jesus war ein weiser, netter Mann, so wie Buddha.
3. Es ist also ganz okay, wenn wir uns mit Gott nicht so festlegen, den netten und nich zu konkreten Jesus mögen wir nämlich ganz gern. Und die Aura der Wahrheitssuche, mit der wir uns umgeben.

Denn:

1. Das Thomasevangelium weiß alles besser als die anderen Evangelien und wurde ja auch viel früher geschrieben.
2. Die anderen Nag Hammadi-Schriften sind auch sehr authentisch und wir sagen lieber mal nicht, was drin steht und wann sie geschrieben wurden.
3. In den nicht mehr existenten judenchristlichen Schriften lesen wir ja auch gar nichts von Kreuzigung und Auferstehung Jesu.

Nee, Jungs, wie wärs wenn ihr mal wirklich ernstzunehmende historisch-kritische Forschung miteinbringen und dann zu dem Ergebnis kommen würdet, dass das alles nicht ganz so einfach ist, wie es die Leser von Dan Brown sich wünschen. Wär doch mal cool und außerdem eine viel revolutionärere Erkenntnis, als die, dass die Kirche die Wahrheit unterdrückt hat. Fände Jesus sicher auch...

buddychrist

Freitag, 23. Juni 2006

Frauentausch

Ich muss mich outen. Es kommt vor, ganz selten glücklicherweise, aber es kommt vor, dass ich RTL 2 gucke. Gestern war "selten", denn gestern lief auf der Nr. 1 für bildungsferne Schichten die Sendung Frauentausch und es war richtig interessant zu sehen.

Tauschmutter Nr. 1 hielt sich für modern, wollte ihre Tauschfamilie verwöhnen und entsprach so ein bisschen dem Typ Mutter, der versucht, die beste Freundin ihrer Kinder zu sein.
Mutter Numero Duo wurde als "Betmutter" vorgestellt, versuchte ihre Tauschkinder zum Singen christlicher Lieder zu bewegen und verdächtigte ihren Tauschmann des Rauchens.
Mutter 1 holte mit ihren neuen Töchtern mit US5-Postern das nach, was diese an den Backstreet Boys versäumt hatten und einer ihrer neuen Söhne hielt sie für "viel besser als seine eigene Mutter".
Mutter 2 war den Zweitkindern unheimlich und wenn sie versuchte, die Distanz zu ihnen (auch durch die Körperhaltung) irgendwie überbrücken, wurde das als unangenehm empfunden.
RTL 2 untermalte den Kontrast musikalisch durch Pop- und Kirchenmusik.

So und was sage ich jetzt dazu? Folgende Möglichkeiten stechen ins Auge:
1. Mutter Nummer 2 ist ne blöde Fundamentalistin
2. Die sündige Welt in Gestalt von Nummer 1 und deren richtiger Familie hat Familie Nummer 2 erfolgreich der Versuchung anheim geführt und die "Betmutter" verstoßen, weil sie so böse ist.

Mir gefallen beide Varianten nicht. Zum einen war Familie 1 nicht wirklich böse. Sie hätte sicherlich mehr versuchen können, entgegen dem ersten Eindruck Mutter Nr. 2 freundlicher behandeln können, aber sie war auch nicht feindselig und nicht beleidigend, wenn es um den Glauben von ihr ging. Dementsprechend scheidet Kommentarmöglichkeit 2 aus. Aber wie schon gesagt, mit dem ersten Urteil bin ich auch nicht einverstanden. Mir erschien die sehr religiöse Frau als sehr bemüht und gerade nach den Aussagen ihrer eigenen Kinder tat sie mir leid. Aber ich kann die Reaktionen ihrer Gastfamilie nachvollziehen. Sie wirkte ein bisschen krampfig und die ständigen (vielleicht aber auch nur ständig aneinandergeschnittenen) Dankgesänge wirkten in Anbetracht ihrer Lage wie einiges andere auch gekünstelt. Ich glaube, sie versuchte ihre Sache besonders gut zu machen und gerade dadurch wirkten ihre Worte und Gesten immer etwas unangemessen.
Nein, ich glaube das sind nicht in jedem Fall Anzeichen von Fundamentalismus, das ist leider oft bei Christen jeder Coleur des Öfteren so, manchmal auch bei mir. Wir versuchen oft, all die Worte, Gedanken und Taten, die wir gerade aussprechen, denken und tun wollen, christlich zu zensieren und wenn wir es noch viel richtiger machen wollen, machen wir das für andere gleich mit. Und heraus kommt unnatürliches Verhalten^3 und die Ablehnung unserer Zeitgenossen, weil man gegen Personen mit diesem Verhalten fast automatisch einen inneren Widerstand verspürt. Jesus sagt aber, dass die schlechten Worte und Gedanken aus dem Herzen kommen und nicht die einzelnen Taten das Problem sind. Vielleicht wäre es besser, unsere Grundeinstellungen zu überdenken und zu überlegen, wie sich diese ändern können und ansonsten einfach mal in Kauf zu nehmen, dass wir auch Fehler machen?

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mobe (Gast) - 10. Dez, 21:22

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Zuletzt aktualisiert: 14. Jul, 11:31

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